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Januar
Ein neues Jahr steht bevor. An den Völkern selbst ist noch nicht viel
zu tun. Eventuell wird ein Kontrolle, wie im Dezember beschrieben, durchgeführt.
Die ruhige Zeit wird am besten für die Reparatur von Beuten und die
Vorbereitung der Rähmchen und Mittelwände genutzt. Ganz wichtig
ist die Planung des kommenden Jahres: Bedarf an Rähmchen, Mittelwänden,
Beuten, Bedarf an Winterfutter, Bedarf an Königinnen zur Vermehrung,
Ablegern, etc. Umbedingt immer genügend Reserven einplanen. Werden
diese Dinge frühzeitig bestellt, stehen sie auch wirklich zur Verfügung,
wenn sie benötigt werden.
Jetzt ist auch eine gute Zeit, um die eigenen Notizen des vergangenen
Jahres auswerten. Gute Völker (Leistung und Eigenschaften) werden
zur Nachzucht ausgewählt. Die ruhige Zeit kann auch prima zur Lektüre
der Imkerzeitungen und verschiedener Fachbücher genutzt werden, um das
Wissen aufzufrischen und mit neuem zu erweitern.
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Februar
Die Völker haben bereits mit dem Brüten begonnen. Das Tauwetter
ermöglicht auch neue Standplätze zu suchen. Stellen, an denen der Schnee
am schnellsten taut, haben ein gutes Kleinklima und sind somit besonders
geeignet. Diese Plätze sollten daneben allerdings noch in der Vegetationszeit
nach den Trachtmöglichkeiten beurteilt werden. Werden eingegangene Völker
bei Standkontrollen gefunden, umbedingt die Fluglöcher verschließen
und die Ursache abklären. Nun sind auch die letzten Vorbereitungen für
die Saison zu treffen.
Bei Flugwetter eine kurze Futterkontrolle durchführen und darauf
achten, dass am Bienensitz geeignetes Futter vorhanden ist. Das Brutnest
wird bei dabei unberührt gelassen.
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März
Die warme Witterung Ende Februar ermöglichte den Bienen bereits einen
ausgedehnten Reinigungsflug. Es wurde auch schon reichlich Pollen (z.B.
von der Erle, Hasel und Zwiebelblume) eingetragen. Ganz wichtig ist
nun eine kurze Futterkontrolle, wobei eine ausreichende Menge
am Bienensitz vorhanden sein muss. Sind Notfütterungen notwendig, umbedingt
nur mit Flüssigfutter (z.B. Apiinvert) füttern.
Bei der Kontrolle auch gleich auf weisellose Völker achten. Diese
brausen auf und sind etwas unruhiger als die anderen. Außerdem
ist bei der Kontrolle keine Brut und natürlich keine Königin
zu finden. Solange sie noch gesund sind, können sie gut mit Nachbarvölkern
vereinigt werden. Dazu werden sie vor dem Flugloch des Nachbarn abgefegen.
Sind bereits Drohnenzellen auf der Arbeiterbrut, dann besteht die Gefahr,
dass bereits Arbeitsbienen legen. Hier ist das Volk in einiger Entfernung
vom Stand bei gutem Flugtag abzufegen.
Erkrankte Völker sind am besten abschwefeln, damit die Erkrankungen
sich nicht auf die anderen Völker ausbreiten. Bei der Ursachenforschung
eingegangener Bienenvölker gibt es einige markante Hinweise: Ist noch
ausreichend Futter vorhanden und sitzen keine oder nur sehr wenig Bienen
auf dem Bodenbrett, wurde das Volk sehr wahrscheinlich durch die Varroa
im Spätherbst geschädigt. Ist noch ausreichend Futter auf
den Randwaben vorhanden, am Bienensitz aber keine Futterzellen und befinden
sich die Bienen kopfvoran in den Zellen, sind sie eindeutig verhungert
bzw. haben den Anschluss an das Winterfutter verloren.
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April
Im April finden enorme Umwälzungen im Bienenvolk statt. Abgehende Winterbienen
werden ständig durch schlüpfende Sommerbienen ersetzt. Erst wenn dieser
Wechsel nahezu abgeschlossen ist, nehmen die Völker zu. Diese Zunahme
erfolgt oft innerhalb kürzester Zeit - die Völker "explodieren" förmlich.
Doch der April birgt noch einige Gefahren für unsere Völker. die meisten
Völker verhungern kurz vor der Tracht. Am wichtigsten ist deshalb eine
kurze Futterkontrolle, da durch die umfangreiche Brut große
Mengen Futter benötigt werden. Ein normal starkes Volk sollte Anfang
April mindestens noch 6-8 kg Winterfutter aufweisen. Da die Völker noch
nicht regelmäßig ausfliegen, muss auch das Futter gut verdaulich sein.
Sollten die Völker Futternot aufweisen, dann am besten flüssig füttern
(z.B. Apiinvert). Zur Verwertung von Futterteigen benötigen die Bienen
Wasser. Besonders bei schlechter Witterung können die Bienen nicht ausfliegen
und die Völker werden dadurch zusätzlich belastet. Der Einsatz diverser
Futterteige und Reizungsmaßnahmen hat sich nicht bewährt. Viel wichtiger
ist, dass die Völker über ausreichend Vorräte verfügen und auf einem
bienengerechter Standort mit guter Pollen- und Entwicklungstracht stehen.
Bei entsprechender Witterung ist auch eine Frühjahrsrevision
durchzuführen, bei der besonders das Brutnest kontrolliert wird.
Dadurch dass die Brutflächen noch überschaubar sind, können Brutkrankheiten
viel leichter entdeckt werden. Am gefährlichsten ist hierbei die Amerikanische
Faulbrut. Die Zelldeckel sind eingesunken und löchrig. Die Made hat
sich in eine hellbraune fadenziehende Masse verwandelt. Bereits der
Verdacht auf Amerikanische Faulbrut ist anzeigepflichtig. Ansprechpartner
sind die jeweiligen Kreisveterinäre. Je früher eine evtl. Erkrankung
mit der Amerikanischen Faulbrut entdeckt wird, desto leichter ist die
Seuche in Griff zu bekommen.
Fehlt in den Völker Brut, ist in der Regel keine Königin vorhanden.
Sind Arbeiterzellen hoch gedeckelt (Buckelbrut) hat die Königin kein
Sperma mehr oder es legen bereits Arbeiterbienen. Sind die Völker dabei
noch gesund und stark, können sie mit Nachbarvölkern vereinigt werden.
Dazu wird die drohnenbrütige Königin rausfangen und das Volk über Zeitungspapier
mit Löchern dem Nachbarvolk aufgesetzt. Ist keine Königin vorhanden,
ist eine Vereinigung nur übers Flugloch bei gutem Flugwetter sinnvoll.
Dazu wird ein kräftiger Rauchstoß ins Volk gegeben und anschließend
das Volk ca. 50 bis 100 m vom Stand entfernt abgefegt. Die Bienen fliegen
dann zurück und betteln sich bei Nachbarvölkern ein. Die Bienen, die
zurückbleiben, sollten sie nicht zurücktragen.
Bei zweiräumigen Völkern, die nur den oberen Raum belagern, kann der
untere Raum mit Altwaben entfernt werden. Die Altwaben werden eingeschmolzen
und bei der späteren Erweiterung können dann Mittelwände eingehängt
werden. Das ganze Jahr sollte auf einen hohen Wachsumsatz geachtet
werden. In den Völkern schlüpfen laufend Jungbienen, die entsprechend
bauen können. Spätestens Mitte April werden die ersten Mittelwände an
den Rand des Brutnestes auf einer Seite gegeben. Ebenfalls zu dieser
Zeit sollte ein Drohnen- oder Baurahmen in die Völker kommen. Mit einem
Drohnenrahmen kann die Varroamilbe bereits während der Saison in Schach
gehalten werden, indem die verdeckelte Drohnenbrut ausgeschnitten wird.
Gegen Ende des Monats kann in günstigen Lagen bereits an eine Erweiterung
des Honigraumes gedacht werden. Erweiterungsfähige Völker sollten
alle Wabengassen gut belagern und bereits unten durchhängen. Kommt die
Erweiterung zu früh, werden die Völker in der Entwicklung gehemmt, kommt
sie dagegen zu spät, kann bereits eine Schwarmstimmung ausgelöst werden.
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Mai
Der Mai ist mit voller Pracht gekommen. Die warme Witterung hat die
Vegetationsentwicklung enorm beschleunigt. Die Tracht ist vielerorts
im vollen Gange. Nur stark überwinterte Völker können die Tracht optimal
nutzen. Schwächere Völker benötigen die Frühtracht zum Großteil für
ihre Entwicklung. Sobald in den Völkern der Austausch von Winterbienen
durch schlüpfende Sommerbienen abgeschlossen ist, wachsen die Völker
innerhalb kürzester Zeit. Eine volle und schlüpfende Brutwabe ergibt
ca. 3 Wabengassen dicht mit Bienen besetzt. Erfolgt dabei eine Erweiterung
zu spät, kommt das Volk in Schwarmstimmung. Bei der Erweiterung
sollten immer auch ausreichend Mittelwände gegeben werden. Es sollten
pro Volk und Jahr mindestens 10 bis 15 Mittelwände ausgebaut werden.
Dieser hohe Wabenumsatz verringert die Rückstände im Wachs, ergibt gesunde
Völker und bremst den Schwarmtrieb.
Beim Honigaufsatz sollte darauf geachtet werden, dass sich nur unbebrütete
Waben im Honigraum befinden. Starke Völker haben ihren Drohnenrahmen
schon komplett ausgebaut und die darin angelegte Drohnenbrut ist bereits
größtenteils verdeckelt. Dieser verdeckelte Drohnenbau sollte nun ausgeschnitten
werden, um die Varroa frühzeitig im Jahr zu dezimieren.
Sind Völker in Schwarmstimmung können mehrere Maßnahmen ergriffen
werden. Zum einen der Königinnenableger, bei dem die alte Königin
gesucht und mit 2-3 Brutwaben ein Königinnenableger erstellt wird. Im
Restvolk werden alle Schwarmzellen bis auf eine noch offene Zelle ausgebrochen.
Nach 2-3 Tagen nachkontrollieren und evtl. nachgezogene Zellen ausbrechen.
Eine andere Möglichkeit ist der Flugling. An den bisherigen
Platz wird der Honigraum auf ein Bodenbrett gestellt. In die Mitte der
Honigwaben wird entweder eine Wabe mit offener Schwarmzelle oder eine
Wabe mit jüngster Brut oder es werden nur einige umgelarvte Edelmaden
im Weiselnäpfchen auf eine Leerwabe gesteckt. Die Bruträume des Schwarmvolkes
kommen entweder über Zwischenboden darüber oder auf einen separaten
Platz. Die Flugbienen fliegen nun zu ihrem angestammten Platz zurück
und pflegen die Weiselzelle bzw. die umgelarvten Maden. Da im Muttervolk
die Flugbienen fehlen, werden oft die angelegte Weiselzellen abgetragen.
Daher bricht man sie sicherheitshalber in den Bruträumen aus. Erfahrungsgemäß
ist dann der Schwarmtrieb erloschen. Ist das Muttervolk und der Flugling
durch Zwischenboden getrennt, können sie später wieder vereinigt werden.
Eine Verwendung der Schwarmzellen zur Ablegerbildung sollte man nicht
generell vornehmen. Durch diese Vorgehensweise verstärkt sich die Schwarmneigung
bei der Völkervermehrung auf dem Stand.
Im Mai beginnt auch die Königinnenzucht. Ausgewählte Zuchtvölker
mit günstigen Eigenschaften werden dabei gezielt vermehrt. Zuchtvölker
sollten sanftmütig, ruhig, leistungsfähig, gesund, schwarmträge und
rasserein sein.
Im Mai sollte unbedingt mit der Ablegerbildung begonnen werden.
Pro Volk sollte mindestens ein Ableger erstellt werden. Damit werden
zum einen die Wirtschaftvölker von der Varroa entlastet und dem Schwarmtrieb
kann etwas vorgebeugt werden. Die Ableger gleichen auch Verluste an
Wirtschaftvölkern aus. Außerdem ist es gesünder, Völker über Ableger
aufzubauen als zu versuchen Altvölker umzuweiseln. Am Ende des Jahres
werden dann die überschüssige Ableger wieder aufgelöst, dabei werden
die besseren Königinnen selektiert. Es findet ein Zuchtfortschritt statt
und die Völker sind zu Einwinterung kräftig und ergeben fürs neue Jahr
wieder hervorragende Trachtvölker.
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Juni
Anfang Juni ist die Frühjahrstracht in den meisten Lagen zu Ende. Als
Sommertracht liefert im Juni vor allem die Himbeere, Brombeere und der
Weißklee Nektar. In einigen Regionen ist eine Honigtautracht (Große
und Kleine Lecanie, evtl. Rotbraune Fichtenrindenlaus) durchaus möglich.
Ende Mai / Anfang Juni wird in der Regel der Frühjahrshonig geerntet.
Bei der Honigernte ist unbedingt auf die nötige Reife des Honig zu achten.
Zu früh geschleuderter Honig hat einen zu hohen Wassergehalt - er kann
dann schnell in Gärung übergehen. Qualitätshonig hat maximal einen Wassergehalt
von 18% AOAC. Als Anhaltspunkt dient der Grad der Verdeckelung. Optimal
wäre, wenn 2/3 der Wabe verdeckelt sind. Zusätzlich sollte eine Spritzprobe
erfolgen: Die Waben wird dazu mit den Zellen nach unten kurz angestoßen
- es darf dabei kein Tropfen herausspritzen. Bei größeren Mengen Honig
lohnt sich auch jeden Fall die Anschaffung eines Refraktometers zur
genauen Wassergehaltsbestimmung im Honig und bereits in den Zellen.
Werden nach Ende der Tracht 2-3 Tage abgewartet, ist aber in der Regel
der Honig soweit umgearbeitet, dass er reif ist.
Bei der Honigentnahme möglichst wenig Rauch und ähnliches verwenden,
da Honig schnell Fremdgerüche annimmt. Auch müssen Sie darauf achten,
dass genügend Reserven für trachtlose Zeiten in den Völkern verbleiben.
Der Schleuderraum sollte hell, geruchsfrei und absolut sauber
sein. Entsprechende saubere Arbeitskleidung ist selbstverständlich.
Alle verwendeten Geräte und Schleuder sollten aus lebensmittelechten
Materialien (am besten Edelstahl) und natürlich vorher gereinigt worden
sein. Die Honigwaben werden mit einer Entdeckelungsgabel oder einem
elektrischem Entdeckelungsmesser entdeckelt und in der Schleuder ausgeschleudert.
Vor allem volle Honigwaben mit unbebrütetem Wachs müssen schonend
anschleudern und notfalls mehrmals gewendet werden, um den völligen
Wabenbruch zu vermeiden.
Der Honig wird nach dem Schleudern gesiebt (grob und fein). Nach dem
Sieben läßt man den Honig im verschlossenen Gefäß einige Zeit
in einem warmen Raum stehen. Die sich dabei bildende Schaumschicht ist
sorgfältig zu entfernen. Blütenhonig wird im Anschluss mit entsprechenden
Rührgeräten gerührt, sobald der Honig trübe Schlieren zeigt. Nun täglich
möglichst zweimal rühren bis der Honig im Gefäß komplett durchmischt
ist. Sobald sich auf der Oberfläche ein Perlmuttglanz zeigt, kann der
Honig abgefüllt werden. Um diesen Zeitpunkt richtig zu erwischen, gehört
etwas Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu. Das Honiglager selbst
sollte vor allem trocken, sauber und geruchsfrei sein.
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Juli
Im Monat Juli wird die Grundlage für das kommende Bienenjahr gelegt.
Die Volkentwicklung ist rückläufig und die Brutflächen gehen zurück.
In der Regel ist bis Mitte Juli auch die Tracht vorbei. Daher ist es
wichtig, möglichst bald abzuschleudern und mit der Varroabekämpfung
zu beginnen.
Als Behandlung nach dem Abschleudern bietet sich die - meiner Meinung
nach - am besten 65%ige Ameisensäure an. Hierbei sind mehrere Verfahren
möglich: Illertisser Milbenplatte, Schwammtuchmethode, Krämerplatte
Medizinflasche oder weitere Verdunstersysteme. Bei Einsatz von Ameisensäure
sollte das Volk unbedingt offenes Futter haben und das Flugloch muss
ausreichend groß sein. Auf die anderen chemischen Mittel, wie Bayvarol
oder Perizin möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da ich
diese Mittel für äußerst bedenklich halte und deren
Rückstände in meinem Honig nichts zu suchen haben! Bereits
seit mehreren Jahren benutzte ich die natürliche Ameisensäue
und habe im Zusammenhang mit der Ablegerbildung und dem Ausschneiden
der Drohnenbrut sehr gute Erfahrungen bemacht, so dass natürlich
die Varroa auch ein Thema bei mir ist, aber eher ein sekundäres.
Im Monat Juli können ebenfalls noch Ableger gebildet werden. Hierzu
werden Kunstschwärme gebildet. Das kann sehr gut mit der letzen
Honigernte kombiniert werden. Die Bienen des Honigraums werden dazu
nicht ins Volk sondern in eine Kunstschwarmkiste mit guter Belüftungsmöglichkeit
gefegt. Die Bienen von 2 bis 3 Völkern ergeben dann kräftige Kunstschwärme
mit 2-2,5 kg Gewicht. Diese erhalten nach Eintreten der Weiselunruhe
eine Königin im Zusetzkäfig und werden dann 2-3 Tage dunkel und ruhig
aufgestellt. Während dieser Zeit müssen sie 0auf jeden Fall gefüttert
werden. Anschließend können sie wie Naturschwärme in eine neue Beute
eingeschlagen werden. Mit einer leistungsfähigen Königin und ständigem
Futterstrom ergeben sie einwinterungsfähige Völker.
Im Juli wird auch die Gefahr der Räuberei sehr groß. Darauf ist
besonders jetzt bei allen Eingriffen ins Bienenvolk zu achten. Vor allem
schwache Völker und Ableger sind besonders gefährdet. Da besonders bei
der Fütterung das Risiko der Räuberei steigt, sollte grundsätzlich
erst am Abend gefüttert werden.
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August
Mit dem Monats August beginnt das neue Bienenjahr. Versäumnisse und
Fehler die jetzt gemacht werden sind später kaum noch auszugleichen.
Die Tracht ist für dieses Jahr gelaufen. Es wird nun wirklich höchste
Zeit die Völker abzuschleudern und mit der Varroabekämpfung zu beginnen.
Bei der Einfütterung ist der Wintersitz herzurichten, d.h. die
Völker sollten jetzt den Raum und die Waben für die Überwinterung haben.
Später soll so wenig wie möglich die von den Bienen angelegte Ordnung
verändert werden. Zur Einfütterung stehen uns verschiedene Futtermittel,
wie z.B. Futterteig, Flüssigfutter oder Honig, zur Verfügung. Ich
selbst habe beste Erfahrungen mit dem Futterteig gemacht. Eine saubere
und vor allem zeitsparende Sache. Allerdings sollte der Futterteig nur
beim frühen Einfüttern verwendet werden und bei der späteren
eher Flussigfütter. Dieses kann von den Bienen besser und schneller
eingelagert werden und ist damit noch rechtzeitig als Winterfutter verfügtbar.
Die Futtermenge richtet sich nach der jeweiligen Volkstärke und
klimatischer Lage. Einräumige Völker (Zander oder DN) haben einen Winterfutterbedarf
von ca. 12-15 kg; zweiräumige Völker von ca. 16-22 kg . Nach der Einfütterung
unbedingt die Futtermenge in den Waben kontrollieren. Hin und wieder
wird ein Volk still beräubert und hat dann am Ende der Einfütterung
kaum Futter in den Waben und verhungert.
Die Entscheidung ob auf einem Raum oder zwei Räumen überwintert wird,
soll bereits zu Beginn des Einfütterns getroffen werden. Werden zu Beginn
des Einfütterns noch zwei Räume gut besetzt, kann auf zwei Räumen überwintert
werden. Schwächere lieber nur auf einem Raum überwintern lassen. Die
Zweiraumüberwinterung hat den Vorteil, dass das Winterfutter sehr schnell
gegeben werden kann. Es findet keine Einschränkung der Bruttätigkeit
statt und die Völker bereiten auch im Frühjahr weniger Arbeit mit Futternachhängen
oder Futtersitzkorrektur. Zudem kann im Frühjahr ein nicht besetzter
Raum einfach weggenommen werden. Nachteilig ist die etwas geringere
Wirksamkeit der Ameisensäure gegen Varroa. Bei Zweiraumüberwinterung
können 1-2 Behandlungen mehr notwendig sein. Die Einraumüberwinterung
erleichtert die Varroabekämpfung mit Ameisensäure. Nachteilig sind bei
dieser Methode die längere Zeit bis die Einfütterung abgeschlossen ist.
Wird das gesamte Winterfutter bereits Anfang August gereicht, führt
das zu einer erheblichen Einschränkung des Brutnestes. Deshalb sollte
hierbei die erste Hälfte des Winterfutters Anfang August und die zweite
Hälfte gegen Ende August verabreichen.
Gegen Ende des Monats werden auch Völker vereinigt, die keine
Leistung gezeigt haben oder sonst unangenehm aufgefallen sind. Stecher
werden aufgelöst oder mit Ablegern vereinigt. Ganz wichtig, nur starke
Völker überwintern gut und bringen auch im nächsten Jahr Honig. Lieber
weniger aber starke Völker ein- und auswintern, als viele schwache Völker
ein- und wenig schwache wieder auswintern.
Im Herbst bei jeder Durchsicht immer auf Veränderungen der Brut achten.
Amerikanische Faulbrut ist jetzt beim Rückgang der Brutflächen
wieder leichter zu erkennen. Je frühzeitiger diese anzeigepflichtige
Seuche erkannt wird, desto leichter kann sie wieder getilgt werden.
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September
Im Monat September wird es an den Bienenvölkern ruhiger. Die Schwerpunkte
der Arbeiten liegen bei der Einfütterung und Varroabekämpfung sowie
den Aufräumarbeiten. Die Einfütterung sollte bis Mitte des Monats abgeschlossen
sein. Die Tages- und Nachttemperaturen sinken stetig und die Futterabnahme
läßt dementsprechend nach. Ganz wichtig ist auch eine Futterkontrolle.
Die Varroabekämpfung darf nicht vernachlässigt werden. Im September
ist immer noch mit starker Reinvasion zu rechnen. Eine Stoßbehandlung
bzw. der Einsatz verschiedener Verdunstersysteme mit Ameisensäure können
hierzu zum Einsatz kommen. Eine Kontrolle von Krankheiten ist
im Herbst oft leichter durchzuführen. Die Brutflächen gehen zurück und
stehengebliebene Zellen fallen besser auf. Vor allem auf die Amerikanische
Faulbrut ist zu achten.
Schwache Völker können noch aufgelöst werden. Immer daran denken, nur
starke Völker überwintern gut und bringen auch im nächsten Jahr Honig.
In den Herbstmonaten werden auch alle ausgemusterten Brutwaben eingeschmolzen.
Beim Aussondern lieber großzügig sein und nur unbebrütete Waben ins
Wabenlager nehmen. Wenn keine Brutwaben im Wabenlager sind, bereitet
auch die Wachsmotte kaum Probleme. Im nächsten Jahr bauen die Völker
wieder Mittelwände aus und haben den saubersten und hygienischsten Wabenbau.
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Oktober
Der Monat Oktober bringt uns nur mehr wenig Arbeit an den Bienenvölkern.
Bedingt durch die bereits tieferen Temperaturen ziehen sich die Bienen
immer öfters zur Traube zusammen. Das Brutgeschäft wird weiter reduziert.
Meistens sind die Völker im Oktober noch nicht brutfrei. Futtergeschirre
werden abgeräumt und der Stand winterfest gemacht. Am wichtigsten ist
dabei der Mäuseschutz. Der Fluglochkeil wird entfernt und auf
ganzer Breite ein Mäuseschutzgitter mit 8mm bzw. 6mm Maschenweite eingelegt.
Das 6mm Gitter ist vor allem in Gebieten mit Zwergspitzmäusen notwendig.
Das Öffnen des Fluglochs auf ganzer Breite ermöglicht einen besseren
Luftaustausch und verhindert das Anschimmeln der Randwaben. Auch
das Entnehmen von nicht besetzten Randwaben und ausmitteln der restlichen
Waben ist dazu geeignet. Dadurch ist der Abstand der Randwabe zur Außenwand
etwas größer und ermöglicht einen besseren Luftaustausch, was wiederum
das Anschimmeln der Randwaben verhindert. Sehr gut bewährt hat sich
auch der Gitterboden. Er ermöglicht eine Varroadiagnose ohne die Bienen
zu stören. Durch einen Gitterboden werden die Völker etwas früher brutfrei
und beginnen etwas später wieder mit der Brut. Durch die längere Brutpause
sitzen die Völker auch ruhiger.
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November
Im November ziehen sich die Völker bereits zur Wintertraube zusammen.
Viele Völker haben bereits das Brutgeschäft eingestellt. Vor allem junge
Königinnen können aber durchaus noch handtellergroße Brutflächen aufweisen.
Der Mäuseschutz sollte überall angebracht sein.
Der November ist auch der Monat der Wachsarbeiten. Die Temperatur
ist noch nicht so kalt für Arbeiten im Freien, es findet aber kaum noch
Bienenflug statt, so dass man nicht von Bienen belästigt wird. Die Altwaben
werden eingeschmolzen.
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Dezember
Der Dezember ist einer der ruhigsten Monate des Imkerjahres.
Die Völker sitzen ruhig in der Wintertraube. Großteils haben sie zu
Brüten aufgehört. Ansonsten sind am Bienenstand nur gelegentliche Kontrollen
durchzuführen: Ist der Mäuseschutz noch intakt? Ist bei Freiaufstellung
die Beutenabdeckung etc. noch inOrdnung? Sind scheuernde Äste oder ähnliche
Unruhequellen vorhanden? Sind die Fluglöcher vereist oder verstopft?
Sonstige Beeinträchtigungen (z.B. Frevelschäden).
Werkstattarbeiten sind der wesentliche Bestandteil der imkerlichen
Tätigkeiten in den Wintermonaten: Wachsarbeiten, Reinigung und Desinfektion
von Beuten, Rähmchen, sonstigen Gerätschaften, Rähmchen nageln, drahten,
einlöten von Mittelwänden, Beuten reparieren und Zuchtgeräte herrichten.
Ansonsten wünsche ich allen Imkern einige ruhige und besinnliche Tage
und "Viel Entdecklungswachs" im nächsten Jahr.
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