Imkerliche Monatsanweisungen für die Praxis


Januar
Ein neues Jahr steht bevor. An den Völkern selbst ist noch nicht viel zu tun. Eventuell wird ein Kontrolle, wie im Dezember beschrieben, durchgeführt. Die ruhige Zeit wird am besten für die Reparatur von Beuten und die Vorbereitung der Rähmchen und Mittelwände genutzt. Ganz wichtig ist die Planung des kommenden Jahres: Bedarf an Rähmchen, Mittelwänden, Beuten, Bedarf an Winterfutter, Bedarf an Königinnen zur Vermehrung, Ablegern, etc. Umbedingt immer genügend Reserven einplanen. Werden diese Dinge frühzeitig bestellt, stehen sie auch wirklich zur Verfügung, wenn sie benötigt werden.
Jetzt ist auch eine gute Zeit, um die eigenen Notizen des vergangenen Jahres auswerten. Gute Völker (Leistung und Eigenschaften) werden zur Nachzucht ausgewählt. Die ruhige Zeit kann auch prima zur Lektüre der Imkerzeitungen und verschiedener Fachbücher genutzt werden, um das Wissen aufzufrischen und mit neuem zu erweitern.

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Februar
Die Völker haben bereits mit dem Brüten begonnen. Das Tauwetter ermöglicht auch neue Standplätze zu suchen. Stellen, an denen der Schnee am schnellsten taut, haben ein gutes Kleinklima und sind somit besonders geeignet. Diese Plätze sollten daneben allerdings noch in der Vegetationszeit nach den Trachtmöglichkeiten beurteilt werden. Werden eingegangene Völker bei Standkontrollen gefunden, umbedingt die Fluglöcher verschließen und die Ursache abklären. Nun sind auch die letzten Vorbereitungen für die Saison zu treffen.
Bei Flugwetter eine kurze Futterkontrolle durchführen und darauf achten, dass am Bienensitz geeignetes Futter vorhanden ist. Das Brutnest wird bei dabei unberührt gelassen.

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März
Die warme Witterung Ende Februar ermöglichte den Bienen bereits einen ausgedehnten Reinigungsflug. Es wurde auch schon reichlich Pollen (z.B. von der Erle, Hasel und Zwiebelblume) eingetragen. Ganz wichtig ist nun eine kurze Futterkontrolle, wobei eine ausreichende Menge am Bienensitz vorhanden sein muss. Sind Notfütterungen notwendig, umbedingt nur mit Flüssigfutter (z.B. Apiinvert) füttern.
Bei der Kontrolle auch gleich auf weisellose Völker achten. Diese brausen auf und sind etwas unruhiger als die anderen. Außerdem ist bei der Kontrolle keine Brut und natürlich keine Königin zu finden. Solange sie noch gesund sind, können sie gut mit Nachbarvölkern vereinigt werden. Dazu werden sie vor dem Flugloch des Nachbarn abgefegen. Sind bereits Drohnenzellen auf der Arbeiterbrut, dann besteht die Gefahr, dass bereits Arbeitsbienen legen. Hier ist das Volk in einiger Entfernung vom Stand bei gutem Flugtag abzufegen.
Erkrankte Völker sind am besten abschwefeln, damit die Erkrankungen sich nicht auf die anderen Völker ausbreiten. Bei der Ursachenforschung eingegangener Bienenvölker gibt es einige markante Hinweise: Ist noch ausreichend Futter vorhanden und sitzen keine oder nur sehr wenig Bienen auf dem Bodenbrett, wurde das Volk sehr wahrscheinlich durch die Varroa im Spätherbst geschädigt. Ist noch ausreichend Futter auf den Randwaben vorhanden, am Bienensitz aber keine Futterzellen und befinden sich die Bienen kopfvoran in den Zellen, sind sie eindeutig verhungert bzw. haben den Anschluss an das Winterfutter verloren.

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April
Im April finden enorme Umwälzungen im Bienenvolk statt. Abgehende Winterbienen werden ständig durch schlüpfende Sommerbienen ersetzt. Erst wenn dieser Wechsel nahezu abgeschlossen ist, nehmen die Völker zu. Diese Zunahme erfolgt oft innerhalb kürzester Zeit - die Völker "explodieren" förmlich.
Doch der April birgt noch einige Gefahren für unsere Völker. die meisten Völker verhungern kurz vor der Tracht. Am wichtigsten ist deshalb eine kurze Futterkontrolle, da durch die umfangreiche Brut große Mengen Futter benötigt werden. Ein normal starkes Volk sollte Anfang April mindestens noch 6-8 kg Winterfutter aufweisen. Da die Völker noch nicht regelmäßig ausfliegen, muss auch das Futter gut verdaulich sein. Sollten die Völker Futternot aufweisen, dann am besten flüssig füttern (z.B. Apiinvert). Zur Verwertung von Futterteigen benötigen die Bienen Wasser. Besonders bei schlechter Witterung können die Bienen nicht ausfliegen und die Völker werden dadurch zusätzlich belastet. Der Einsatz diverser Futterteige und Reizungsmaßnahmen hat sich nicht bewährt. Viel wichtiger ist, dass die Völker über ausreichend Vorräte verfügen und auf einem bienengerechter Standort mit guter Pollen- und Entwicklungstracht stehen.
Bei entsprechender Witterung ist auch eine Frühjahrsrevision durchzuführen, bei der besonders das Brutnest kontrolliert wird. Dadurch dass die Brutflächen noch überschaubar sind, können Brutkrankheiten viel leichter entdeckt werden. Am gefährlichsten ist hierbei die Amerikanische Faulbrut. Die Zelldeckel sind eingesunken und löchrig. Die Made hat sich in eine hellbraune fadenziehende Masse verwandelt. Bereits der Verdacht auf Amerikanische Faulbrut ist anzeigepflichtig. Ansprechpartner sind die jeweiligen Kreisveterinäre. Je früher eine evtl. Erkrankung mit der Amerikanischen Faulbrut entdeckt wird, desto leichter ist die Seuche in Griff zu bekommen.
Fehlt in den Völker Brut, ist in der Regel keine Königin vorhanden. Sind Arbeiterzellen hoch gedeckelt (Buckelbrut) hat die Königin kein Sperma mehr oder es legen bereits Arbeiterbienen. Sind die Völker dabei noch gesund und stark, können sie mit Nachbarvölkern vereinigt werden. Dazu wird die drohnenbrütige Königin rausfangen und das Volk über Zeitungspapier mit Löchern dem Nachbarvolk aufgesetzt. Ist keine Königin vorhanden, ist eine Vereinigung nur übers Flugloch bei gutem Flugwetter sinnvoll. Dazu wird ein kräftiger Rauchstoß ins Volk gegeben und anschließend das Volk ca. 50 bis 100 m vom Stand entfernt abgefegt. Die Bienen fliegen dann zurück und betteln sich bei Nachbarvölkern ein. Die Bienen, die zurückbleiben, sollten sie nicht zurücktragen.
Bei zweiräumigen Völkern, die nur den oberen Raum belagern, kann der untere Raum mit Altwaben entfernt werden. Die Altwaben werden eingeschmolzen und bei der späteren Erweiterung können dann Mittelwände eingehängt werden. Das ganze Jahr sollte auf einen hohen Wachsumsatz geachtet werden. In den Völkern schlüpfen laufend Jungbienen, die entsprechend bauen können. Spätestens Mitte April werden die ersten Mittelwände an den Rand des Brutnestes auf einer Seite gegeben. Ebenfalls zu dieser Zeit sollte ein Drohnen- oder Baurahmen in die Völker kommen. Mit einem Drohnenrahmen kann die Varroamilbe bereits während der Saison in Schach gehalten werden, indem die verdeckelte Drohnenbrut ausgeschnitten wird.
Gegen Ende des Monats kann in günstigen Lagen bereits an eine Erweiterung des Honigraumes gedacht werden. Erweiterungsfähige Völker sollten alle Wabengassen gut belagern und bereits unten durchhängen. Kommt die Erweiterung zu früh, werden die Völker in der Entwicklung gehemmt, kommt sie dagegen zu spät, kann bereits eine Schwarmstimmung ausgelöst werden.

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Mai
Der Mai ist mit voller Pracht gekommen. Die warme Witterung hat die Vegetationsentwicklung enorm beschleunigt. Die Tracht ist vielerorts im vollen Gange. Nur stark überwinterte Völker können die Tracht optimal nutzen. Schwächere Völker benötigen die Frühtracht zum Großteil für ihre Entwicklung. Sobald in den Völkern der Austausch von Winterbienen durch schlüpfende Sommerbienen abgeschlossen ist, wachsen die Völker innerhalb kürzester Zeit. Eine volle und schlüpfende Brutwabe ergibt ca. 3 Wabengassen dicht mit Bienen besetzt. Erfolgt dabei eine Erweiterung zu spät, kommt das Volk in Schwarmstimmung. Bei der Erweiterung sollten immer auch ausreichend Mittelwände gegeben werden. Es sollten pro Volk und Jahr mindestens 10 bis 15 Mittelwände ausgebaut werden. Dieser hohe Wabenumsatz verringert die Rückstände im Wachs, ergibt gesunde Völker und bremst den Schwarmtrieb.
Beim Honigaufsatz sollte darauf geachtet werden, dass sich nur unbebrütete Waben im Honigraum befinden. Starke Völker haben ihren Drohnenrahmen schon komplett ausgebaut und die darin angelegte Drohnenbrut ist bereits größtenteils verdeckelt. Dieser verdeckelte Drohnenbau sollte nun ausgeschnitten werden, um die Varroa frühzeitig im Jahr zu dezimieren.
Sind Völker in Schwarmstimmung können mehrere Maßnahmen ergriffen werden. Zum einen der Königinnenableger, bei dem die alte Königin gesucht und mit 2-3 Brutwaben ein Königinnenableger erstellt wird. Im Restvolk werden alle Schwarmzellen bis auf eine noch offene Zelle ausgebrochen. Nach 2-3 Tagen nachkontrollieren und evtl. nachgezogene Zellen ausbrechen. Eine andere Möglichkeit ist der Flugling. An den bisherigen Platz wird der Honigraum auf ein Bodenbrett gestellt. In die Mitte der Honigwaben wird entweder eine Wabe mit offener Schwarmzelle oder eine Wabe mit jüngster Brut oder es werden nur einige umgelarvte Edelmaden im Weiselnäpfchen auf eine Leerwabe gesteckt. Die Bruträume des Schwarmvolkes kommen entweder über Zwischenboden darüber oder auf einen separaten Platz. Die Flugbienen fliegen nun zu ihrem angestammten Platz zurück und pflegen die Weiselzelle bzw. die umgelarvten Maden. Da im Muttervolk die Flugbienen fehlen, werden oft die angelegte Weiselzellen abgetragen. Daher bricht man sie sicherheitshalber in den Bruträumen aus. Erfahrungsgemäß ist dann der Schwarmtrieb erloschen. Ist das Muttervolk und der Flugling durch Zwischenboden getrennt, können sie später wieder vereinigt werden. Eine Verwendung der Schwarmzellen zur Ablegerbildung sollte man nicht generell vornehmen. Durch diese Vorgehensweise verstärkt sich die Schwarmneigung bei der Völkervermehrung auf dem Stand.
Im Mai beginnt auch die Königinnenzucht. Ausgewählte Zuchtvölker mit günstigen Eigenschaften werden dabei gezielt vermehrt. Zuchtvölker sollten sanftmütig, ruhig, leistungsfähig, gesund, schwarmträge und rasserein sein.
Im Mai sollte unbedingt mit der Ablegerbildung begonnen werden. Pro Volk sollte mindestens ein Ableger erstellt werden. Damit werden zum einen die Wirtschaftvölker von der Varroa entlastet und dem Schwarmtrieb kann etwas vorgebeugt werden. Die Ableger gleichen auch Verluste an Wirtschaftvölkern aus. Außerdem ist es gesünder, Völker über Ableger aufzubauen als zu versuchen Altvölker umzuweiseln. Am Ende des Jahres werden dann die überschüssige Ableger wieder aufgelöst, dabei werden die besseren Königinnen selektiert. Es findet ein Zuchtfortschritt statt und die Völker sind zu Einwinterung kräftig und ergeben fürs neue Jahr wieder hervorragende Trachtvölker.

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Juni
Anfang Juni ist die Frühjahrstracht in den meisten Lagen zu Ende. Als Sommertracht liefert im Juni vor allem die Himbeere, Brombeere und der Weißklee Nektar. In einigen Regionen ist eine Honigtautracht (Große und Kleine Lecanie, evtl. Rotbraune Fichtenrindenlaus) durchaus möglich. Ende Mai / Anfang Juni wird in der Regel der Frühjahrshonig geerntet.
Bei der Honigernte ist unbedingt auf die nötige Reife des Honig zu achten. Zu früh geschleuderter Honig hat einen zu hohen Wassergehalt - er kann dann schnell in Gärung übergehen. Qualitätshonig hat maximal einen Wassergehalt von 18% AOAC. Als Anhaltspunkt dient der Grad der Verdeckelung. Optimal wäre, wenn 2/3 der Wabe verdeckelt sind. Zusätzlich sollte eine Spritzprobe erfolgen: Die Waben wird dazu mit den Zellen nach unten kurz angestoßen - es darf dabei kein Tropfen herausspritzen. Bei größeren Mengen Honig lohnt sich auch jeden Fall die Anschaffung eines Refraktometers zur genauen Wassergehaltsbestimmung im Honig und bereits in den Zellen. Werden nach Ende der Tracht 2-3 Tage abgewartet, ist aber in der Regel der Honig soweit umgearbeitet, dass er reif ist.
Bei der Honigentnahme möglichst wenig Rauch und ähnliches verwenden, da Honig schnell Fremdgerüche annimmt. Auch müssen Sie darauf achten, dass genügend Reserven für trachtlose Zeiten in den Völkern verbleiben. Der Schleuderraum sollte hell, geruchsfrei und absolut sauber sein. Entsprechende saubere Arbeitskleidung ist selbstverständlich. Alle verwendeten Geräte und Schleuder sollten aus lebensmittelechten Materialien (am besten Edelstahl) und natürlich vorher gereinigt worden sein. Die Honigwaben werden mit einer Entdeckelungsgabel oder einem elektrischem Entdeckelungsmesser entdeckelt und in der Schleuder ausgeschleudert. Vor allem volle Honigwaben mit unbebrütetem Wachs müssen schonend anschleudern und notfalls mehrmals gewendet werden, um den völligen Wabenbruch zu vermeiden.
Der Honig wird nach dem Schleudern gesiebt (grob und fein). Nach dem Sieben läßt man den Honig im verschlossenen Gefäß einige Zeit in einem warmen Raum stehen. Die sich dabei bildende Schaumschicht ist sorgfältig zu entfernen. Blütenhonig wird im Anschluss mit entsprechenden Rührgeräten gerührt, sobald der Honig trübe Schlieren zeigt. Nun täglich möglichst zweimal rühren bis der Honig im Gefäß komplett durchmischt ist. Sobald sich auf der Oberfläche ein Perlmuttglanz zeigt, kann der Honig abgefüllt werden. Um diesen Zeitpunkt richtig zu erwischen, gehört etwas Fingerspitzengefühl und Erfahrung dazu. Das Honiglager selbst sollte vor allem trocken, sauber und geruchsfrei sein.

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Juli
Im Monat Juli wird die Grundlage für das kommende Bienenjahr gelegt. Die Volkentwicklung ist rückläufig und die Brutflächen gehen zurück. In der Regel ist bis Mitte Juli auch die Tracht vorbei. Daher ist es wichtig, möglichst bald abzuschleudern und mit der Varroabekämpfung zu beginnen.
Als Behandlung nach dem Abschleudern bietet sich die - meiner Meinung nach - am besten 65%ige Ameisensäure an. Hierbei sind mehrere Verfahren möglich: Illertisser Milbenplatte, Schwammtuchmethode, Krämerplatte Medizinflasche oder weitere Verdunstersysteme. Bei Einsatz von Ameisensäure sollte das Volk unbedingt offenes Futter haben und das Flugloch muss ausreichend groß sein. Auf die anderen chemischen Mittel, wie Bayvarol oder Perizin möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen, da ich diese Mittel für äußerst bedenklich halte und deren Rückstände in meinem Honig nichts zu suchen haben! Bereits seit mehreren Jahren benutzte ich die natürliche Ameisensäue und habe im Zusammenhang mit der Ablegerbildung und dem Ausschneiden der Drohnenbrut sehr gute Erfahrungen bemacht, so dass natürlich die Varroa auch ein Thema bei mir ist, aber eher ein sekundäres.
Im Monat Juli können ebenfalls noch Ableger gebildet werden. Hierzu werden Kunstschwärme gebildet. Das kann sehr gut mit der letzen Honigernte kombiniert werden. Die Bienen des Honigraums werden dazu nicht ins Volk sondern in eine Kunstschwarmkiste mit guter Belüftungsmöglichkeit gefegt. Die Bienen von 2 bis 3 Völkern ergeben dann kräftige Kunstschwärme mit 2-2,5 kg Gewicht. Diese erhalten nach Eintreten der Weiselunruhe eine Königin im Zusetzkäfig und werden dann 2-3 Tage dunkel und ruhig aufgestellt. Während dieser Zeit müssen sie 0auf jeden Fall gefüttert werden. Anschließend können sie wie Naturschwärme in eine neue Beute eingeschlagen werden. Mit einer leistungsfähigen Königin und ständigem Futterstrom ergeben sie einwinterungsfähige Völker.
Im Juli wird auch die Gefahr der Räuberei sehr groß. Darauf ist besonders jetzt bei allen Eingriffen ins Bienenvolk zu achten. Vor allem schwache Völker und Ableger sind besonders gefährdet. Da besonders bei der Fütterung das Risiko der Räuberei steigt, sollte grundsätzlich erst am Abend gefüttert werden.

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August
Mit dem Monats August beginnt das neue Bienenjahr. Versäumnisse und Fehler die jetzt gemacht werden sind später kaum noch auszugleichen. Die Tracht ist für dieses Jahr gelaufen. Es wird nun wirklich höchste Zeit die Völker abzuschleudern und mit der Varroabekämpfung zu beginnen.
Bei der Einfütterung ist der Wintersitz herzurichten, d.h. die Völker sollten jetzt den Raum und die Waben für die Überwinterung haben. Später soll so wenig wie möglich die von den Bienen angelegte Ordnung verändert werden. Zur Einfütterung stehen uns verschiedene Futtermittel, wie z.B. Futterteig, Flüssigfutter oder Honig, zur Verfügung. Ich selbst habe beste Erfahrungen mit dem Futterteig gemacht. Eine saubere und vor allem zeitsparende Sache. Allerdings sollte der Futterteig nur beim frühen Einfüttern verwendet werden und bei der späteren eher Flussigfütter. Dieses kann von den Bienen besser und schneller eingelagert werden und ist damit noch rechtzeitig als Winterfutter verfügtbar.
Die Futtermenge richtet sich nach der jeweiligen Volkstärke und klimatischer Lage. Einräumige Völker (Zander oder DN) haben einen Winterfutterbedarf von ca. 12-15 kg; zweiräumige Völker von ca. 16-22 kg . Nach der Einfütterung unbedingt die Futtermenge in den Waben kontrollieren. Hin und wieder wird ein Volk still beräubert und hat dann am Ende der Einfütterung kaum Futter in den Waben und verhungert.
Die Entscheidung ob auf einem Raum oder zwei Räumen überwintert wird, soll bereits zu Beginn des Einfütterns getroffen werden. Werden zu Beginn des Einfütterns noch zwei Räume gut besetzt, kann auf zwei Räumen überwintert werden. Schwächere lieber nur auf einem Raum überwintern lassen. Die Zweiraumüberwinterung hat den Vorteil, dass das Winterfutter sehr schnell gegeben werden kann. Es findet keine Einschränkung der Bruttätigkeit statt und die Völker bereiten auch im Frühjahr weniger Arbeit mit Futternachhängen oder Futtersitzkorrektur. Zudem kann im Frühjahr ein nicht besetzter Raum einfach weggenommen werden. Nachteilig ist die etwas geringere Wirksamkeit der Ameisensäure gegen Varroa. Bei Zweiraumüberwinterung können 1-2 Behandlungen mehr notwendig sein. Die Einraumüberwinterung erleichtert die Varroabekämpfung mit Ameisensäure. Nachteilig sind bei dieser Methode die längere Zeit bis die Einfütterung abgeschlossen ist. Wird das gesamte Winterfutter bereits Anfang August gereicht, führt das zu einer erheblichen Einschränkung des Brutnestes. Deshalb sollte hierbei die erste Hälfte des Winterfutters Anfang August und die zweite Hälfte gegen Ende August verabreichen.
Gegen Ende des Monats werden auch Völker vereinigt, die keine Leistung gezeigt haben oder sonst unangenehm aufgefallen sind. Stecher werden aufgelöst oder mit Ablegern vereinigt. Ganz wichtig, nur starke Völker überwintern gut und bringen auch im nächsten Jahr Honig. Lieber weniger aber starke Völker ein- und auswintern, als viele schwache Völker ein- und wenig schwache wieder auswintern.
Im Herbst bei jeder Durchsicht immer auf Veränderungen der Brut achten. Amerikanische Faulbrut ist jetzt beim Rückgang der Brutflächen wieder leichter zu erkennen. Je frühzeitiger diese anzeigepflichtige Seuche erkannt wird, desto leichter kann sie wieder getilgt werden.

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September
Im Monat September wird es an den Bienenvölkern ruhiger. Die Schwerpunkte der Arbeiten liegen bei der Einfütterung und Varroabekämpfung sowie den Aufräumarbeiten. Die Einfütterung sollte bis Mitte des Monats abgeschlossen sein. Die Tages- und Nachttemperaturen sinken stetig und die Futterabnahme läßt dementsprechend nach. Ganz wichtig ist auch eine Futterkontrolle.
Die Varroabekämpfung darf nicht vernachlässigt werden. Im September ist immer noch mit starker Reinvasion zu rechnen. Eine Stoßbehandlung bzw. der Einsatz verschiedener Verdunstersysteme mit Ameisensäure können hierzu zum Einsatz kommen. Eine Kontrolle von Krankheiten ist im Herbst oft leichter durchzuführen. Die Brutflächen gehen zurück und stehengebliebene Zellen fallen besser auf. Vor allem auf die Amerikanische Faulbrut ist zu achten.
Schwache Völker können noch aufgelöst werden. Immer daran denken, nur starke Völker überwintern gut und bringen auch im nächsten Jahr Honig. In den Herbstmonaten werden auch alle ausgemusterten Brutwaben eingeschmolzen. Beim Aussondern lieber großzügig sein und nur unbebrütete Waben ins Wabenlager nehmen. Wenn keine Brutwaben im Wabenlager sind, bereitet auch die Wachsmotte kaum Probleme. Im nächsten Jahr bauen die Völker wieder Mittelwände aus und haben den saubersten und hygienischsten Wabenbau.

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Oktober
Der Monat Oktober bringt uns nur mehr wenig Arbeit an den Bienenvölkern. Bedingt durch die bereits tieferen Temperaturen ziehen sich die Bienen immer öfters zur Traube zusammen. Das Brutgeschäft wird weiter reduziert. Meistens sind die Völker im Oktober noch nicht brutfrei. Futtergeschirre werden abgeräumt und der Stand winterfest gemacht. Am wichtigsten ist dabei der Mäuseschutz. Der Fluglochkeil wird entfernt und auf ganzer Breite ein Mäuseschutzgitter mit 8mm bzw. 6mm Maschenweite eingelegt. Das 6mm Gitter ist vor allem in Gebieten mit Zwergspitzmäusen notwendig.
Das Öffnen des Fluglochs auf ganzer Breite ermöglicht einen besseren Luftaustausch und verhindert das Anschimmeln der Randwaben. Auch das Entnehmen von nicht besetzten Randwaben und ausmitteln der restlichen Waben ist dazu geeignet. Dadurch ist der Abstand der Randwabe zur Außenwand etwas größer und ermöglicht einen besseren Luftaustausch, was wiederum das Anschimmeln der Randwaben verhindert. Sehr gut bewährt hat sich auch der Gitterboden. Er ermöglicht eine Varroadiagnose ohne die Bienen zu stören. Durch einen Gitterboden werden die Völker etwas früher brutfrei und beginnen etwas später wieder mit der Brut. Durch die längere Brutpause sitzen die Völker auch ruhiger.

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November
Im November ziehen sich die Völker bereits zur Wintertraube zusammen. Viele Völker haben bereits das Brutgeschäft eingestellt. Vor allem junge Königinnen können aber durchaus noch handtellergroße Brutflächen aufweisen. Der Mäuseschutz sollte überall angebracht sein.
Der November ist auch der Monat der Wachsarbeiten. Die Temperatur ist noch nicht so kalt für Arbeiten im Freien, es findet aber kaum noch Bienenflug statt, so dass man nicht von Bienen belästigt wird. Die Altwaben werden eingeschmolzen.

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Dezember
Der Dezember ist einer der ruhigsten Monate des Imkerjahres. Die Völker sitzen ruhig in der Wintertraube. Großteils haben sie zu Brüten aufgehört. Ansonsten sind am Bienenstand nur gelegentliche Kontrollen durchzuführen: Ist der Mäuseschutz noch intakt? Ist bei Freiaufstellung die Beutenabdeckung etc. noch inOrdnung? Sind scheuernde Äste oder ähnliche Unruhequellen vorhanden? Sind die Fluglöcher vereist oder verstopft? Sonstige Beeinträchtigungen (z.B. Frevelschäden).
Werkstattarbeiten sind der wesentliche Bestandteil der imkerlichen Tätigkeiten in den Wintermonaten: Wachsarbeiten, Reinigung und Desinfektion von Beuten, Rähmchen, sonstigen Gerätschaften, Rähmchen nageln, drahten, einlöten von Mittelwänden, Beuten reparieren und Zuchtgeräte herrichten. Ansonsten wünsche ich allen Imkern einige ruhige und besinnliche Tage und "Viel Entdecklungswachs" im nächsten Jahr.

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